Leseprobe

Fortsetzung Seite 3

Hayden

Natalie trat an ihren Tisch und lächelte. Hayden war aufgefallen, dass sie mit krauser Stirn und heruntergezogenen Mundwinkeln ins Restaurant getreten war, bevor sie ihre Gesichtszüge reguliert hatte und lächelnd zu ihnen gekommen war.

„Ist bei euch alles in Ordnung?“, fragte sie.

„Ja, alles gut“, antwortete Ryan.

„Aber bei dir nicht“, fügte Hayden hinzu.

Natalie pfiff durch die Zähne. „Kann man nichts vor dir verheimlichen, Master Hayden?“

Er schmunzelte, denn sie nannte ihn auch außerhalb des Clubs so, wenngleich sie ihre Stimme jedes Mal senkte, damit es andere Gäste nicht hörten. „Nein, kleine sub, du bist ein aufgeschlagenes Buch. Also?“

„Es ist nichts, ich ...“ Er zog eine Augenbraue hoch, als sie nicht weitersprach, woraufhin sie nervös die Hände rieb. Er wusste, dass, wenn er sie streng genug ansah und dann die Braue hochzog, sie nachgeben würde. „Ich hatte eine etwas ... wie soll ich sagen ... seltsame Begegnung.“

Sofort stand sein Körper unter Spannung. „Kam dir jemand blöd?“, fragte er mit einem Grollen in der Stimme, das Natalie schaudern ließ.

„Nein! Nein! Oh Gott! Nein! Es kam eine junge Frau her und fragte nach einem Job als Servicekraft und sie schien nicht nur enttäuscht. Ich weiß nicht, ich hatte das Gefühl, eine Welt brach für sie zusammen, als ich ihr sagte, dass wir momentan keine Stelle haben.“

„Oh!“, mischte Ava sich ein. „Die süße Kleine draußen?“

Natalie nickte. „Ja! Sie war wirklich süß.“

„Wie eine Nixe“, fuhr Ava fort.

„Nixe?“, hörte er sich dämlich fragen.

„Ja, so zierlich und mit feuerroten Haaren und Sommersprossen im Gesicht.“

„Die Kleine aus Jamie’s Diner?“, fragte er überrascht.

„Keine Ahnung, ich war nicht mehr im Diner seit ...“ Ava sprach nicht weiter, aber er konnte deutlich den Schmerz in ihrem Gesicht erkennen. Auch sie vermisste ihre Freundin.

„Ich war vor ein paar Tagen dort. Sie arbeitete da als Kellnerin. Klein, zierlich, rothaarig mit Sommersprossen im Gesicht.“

„Das war sie!“, stimmte Natalie zu.

„Wieso sollte sie nach einem Job fragen, wenn sie im Diner arbeitet?“

„Vielleicht kommt sie nicht aus“, warf Jack ein. „Es gibt Leute, die zwei Jobs machen.“

Hayden schüttelte den Kopf. „Nicht hier! Und Jamie zahlt gut. Louise kam immer zurecht.“ Er erinnerte sich an Matts mürrischen Ausdruck, mit dem er die Kleine ungerechtfertigt gerügt hatte. „Es sei denn ...“, murmelte er.

„Was?“, fragte Ryan und sah ihn erwartungsvoll an.

„Matt!“

„Könntest du weniger kryptisch reden?“

„Er machte sie dämlich dafür an, dass sie sich mit den Gästen unterhielt.“

Natalie stöhnte und schüttelte den Kopf. „Matt ist ein Arsch!“, entfuhr es ihr. „Seit er Louises Stelle übernahm, führt er sich auf, als sei er etwas Besseres. Sicher hat er sie gefeuert, das arme Mädchen. Wäre nicht die erste!“

„Sie ist gut. Ein Naturtalent! Sie sprach mit mir unbeeindruckt von meinem furchteinflößenden Äußeren“, sagte er Ava zuzwinkernd, woraufhin sie schmunzelte.

„Verdammt! Ich wünschte, wir hätten eine Stelle frei“, entgegnete Natalie, und ein freches Grinsen huschte über ihr Gesicht.

„Komm du mir in den Club, freches Stück!“ Er deutete drohend mit dem Finger auf sie, woraufhin sie den Kopf senkte und sich auf die Unterlippe biss.

„Judy Kinlay!“, murmelte sie dann aber. „Sie stellte sich mir sogar mit Namen vor. Sehr höflich!“

Eine halbe Stunde später verabschiedete er sich auf dem Parkplatz von Ava, Hunter, Jack und Colton und ging mit Ryan zurück zu seinem Wagen. Er würde den Sheriff auf dem Heimweg zu Hause absetzen.

„Will ich wissen, was die vier jetzt treiben?“, fragte dieser, während er dem Pick-up hinterhersah. Hayden schmunzelte, denn obwohl die Beziehung der vier bewiesener Maßen gut lief, konnte er sich seine skeptischen Kommentare nicht verkneifen.

„Neidisch?“

„Ich teile nicht!“, schnaubte Ryan.

„Du verpasst etwas“, grinste Hayden.

„Niemand fasst meine sub an!“, knurrte Ryan.

„Du hast keine sub!“ Mit einem amüsierten Schmunzeln bog Hayden auf die Straße auf.

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